Die Belegschaftsaktie - Vorteile für Arbeitnehmer

Die Belegschaftsaktie ist ein Modell der Mitarbeiterbeteiligung, das ein großes Potenzial an Vorteilen sowohl für die Wirtschaft als auch für die Arbeitnehmer enthält.


Die Idee ist bestechend: das Unternehmen beteiligt seine Mitarbeiter durch die Belegschaftsaktie am Unternehmen und macht sie damit zu Mitunternehmern. Nunmehr sind Chancen und Risiken gerecht auf alle Beteiligten verteilt. Alle Interessenkonflikte sollen durch so ein Modell aufgehoben werden, das Gerechtigkeit im besten Sinne schafft. Denn nunmehr profitieren Unternehmer und Angestellte gleichermaßen vom wirtschaftlichen Erfolg einer Firma, ebenso übernehmen sie gemeinsam die Verantwortung für das Gelingen des Geschäftes.

Die rechtliche Konstruktion der Belegschaftsaktie
Die Belegschaftsaktie wird im Zuge einer Kapitalerhöhung oder infolge eines Aktienrückkaufs durch das börsennotierte Unternehmen an die Mitarbeiter ausgegeben. Sie werden damit zu Aktionären und am Produktivvermögen der Firma beteiligt. Bei der Ausgabe an die Arbeitnehmer und Angestellten werden häufig Rabatte gewährt, zudem übernimmt das Unternehmen meist die fälligen Transaktionsgebühren an der Börse. Den Rahmen stellt eine bedingte Kapitalerhöhung nach § 192 des Aktionärsgesetzes. Die Belegschaft erhält die Aktien zu einem Vorzugskurs, im Gegenzug werden die Aktien mit einer Sperrfrist von 5 Jahren versehen, in denen sie nicht verkauft werden dürfen. Eine Ausnahme hiervon bilden die Arbeitsunfähigkeit oder der Tod des Mitarbeiters. Der Kaufpreis der Aktien wird über Verrechnung mit Entgeltzahlungen geregelt, sie bilden also einen erfolgsabhängigen Anteil des Einkommens der Mitarbeiter.

Commitment durch Mitarbeiterbeteiligung
Der Sinn liegt für die Mitarbeiter in der Beteiligung am Unternehmenserfolg, für das Unternehmen in der Streuung seines Aktienbesitzes an hoch motivierte Aktionäre. Es ergeben sich zudem Steuer-und Abgabenvorteile, wenn die Aktie zum Vorzugspreis ausgegeben wird, der nicht unter der Hälfte des aktuellen Börsenkurses liegt – dieser geldwerte Vorteil ist von Einkommenssteuer und Sozialabgaben befreit. Der größte Effekt entsteht durch die innere Beteiligung der Mitarbeiter an ihrem Unternehmen. Der Belegschaftsaktionär, der frühmorgens das Werktor durchschreitet, betritt wirklich „seine“ Firma. Jeder seiner Arbeitsschritte bedeutet unmittelbar mehr Gewinn, wenn sich der Unternehmenserfolg dadurch steigert. Inhaber einer Belegschaftsaktie werden sich wesentlich aktiver in die optimale Steuerung von Abläufen einbringen, wodurch großes kreatives Potenzial geschaffen werden kann. Bei flexibler Ausgestaltung der Rahmenbedingungen kann dieses Modell volkswirtschaftlich noch größere Bedeutung als bisher gewinnen.