Die goldene Bilanzregel - eine Finanzierungsregel einfach und verständlich erklärt

Die goldene Bilanzregel ist ein Instrument der Überprüfung und Kontrolle jedoch dient sie nicht allein als Eckpfeiler für den Erfolg des Unternehmens.


Die goldene Bilanzregel ist eine Art der Liquiditätskennzahl. Etwas genauer formuliert, gehört sie zu den statischen, beziehungsweise zu den langfristigen Kennzahlen. Langfristig deshalb, da sie ein Grundpfeiler erfolgsorientierter Unternehmensführung darstellt, wie zum Beispiel auch die Goldene Finanzierungsregel.

Goldene Bilanzregel – Die Erklärung des Prinzips
Dabei geht’s es vor allem darum, dass die Dauer der Kapitalbindung auf der Habenseite der Bilanz in etwa mit der Dauer der Kapitalüberlassung auf der Soll-Seite übereinstimmen sollte. Die goldene Bilanzregel vertieft die goldene Finanzierungsregel noch weiter, und zwar indem sie besagt, dass das komplette Anlagevermögen eines Unternehmens mit Eigenkapital und langfristigem Fremdkapital gedeckt werden soll. Ein optimales Ergebnis spiegelt sich in folgender Rechnung nieder. Man addiert das Eigenkapital und das langfristige Fremdkapital (langfristiges Fremdkapital ist in der Regel länger als ein Jahr) und dividiert es durch das Anlagevermögen. Ist der errechnete Wert größer als 1, so ist es optimal und man hat die Goldene Bilanzregel eingehalten. Ist der Wert jedoch geringer sollte man den Einsatz an Kapital nochmals überdenken und eine günstigere Lösung finden. Dieser Wert von 1 bezieht sich also auf den Deckungsbeitrag 1 und ist in der Tat sehr vorsichtig gewählt. In Fachkreisen heißt es, dass es nicht dramatisch ist, wenn dies nicht eingehalten werden sollte. Anders ist es jedoch beim Deckungsbeitrag 2, ist der Wert hier niedriger als 1, so soll dies ein alarmierendes Signal sein, die Finanzierung des Unternehmens zu überdenken.

Goldene Bilanzregel – Die Nachteile
In der Praxis ist es jedoch sehr schwierig, diese Regel zu beachten. Da in der heutigen Zeit die Bilanzen relativ aufgebläht sind, kommt es zu erheblichen Problemen zu erkennen, welche Fristigkeiten vor allem der Finanzierungen dem Anlagevermögen gegenüberstehen. Die goldene Bilanzregel hat einen weiteren Nachteil: Die Aussagen dieser Liquiditätskennzahl sind zumeist retroperspektiv, da es sich um Vergangenheitswerte handelt. Das heißt, man kann dadurch zwar feststellen wie effektiv, beziehungsweise wie erfolgreich man gewirtschaftet hat, kann jedoch nie eine klar definierte Aussage darüber machen, in wieweit die Zahlungsbereitschaft des Unternehmens wirklich ist. Alles in allem ist die goldene Bilanzregel eine Kennzahl, nach der man sich als Unternehmer richten sollte, die aber auf keinen Fall allein ausschlaggebend ist. Dafür bedarf es der Betrachtung weiterer, zum Teil dynamischer Kennzahlen, wie etwa dem Cash Flow.