Hebelzertifikat - was ist das?

Ein Zwischending von Indexzertifikat und Optionsschein ist das Hebelzertifikat. Es ist auch bekannt unter den Begriffen Turbo-Zertifikat und Knock-Out-Schein.


Ein Hebelzertifikat ist eine Investierung in einen bestimmten Basiswert und zieht damit einen Wertpapierkredit mit ein. Somit kann ein Gut mit einem Basiswert zu einem kleineren Einsatz erworben werden. Der Wert von einem Hebelzertifikat berechnet sich aus dem Wert des Basissatzes und dem Wert des Finanzierungsniveaus, dies ist der Kurs, der für das Zertifikat festgelegt wird. Es gibt hierbei eine sogenannte Knock-Out-Grenze, die bei Erreichen das Zertifikats wertlos macht. Es gibt derzeit zwei verschiedene Typen von Hebelzertifikaten. Long- oder Bullzertifikate sind Partizipationen an steigenden Kursen und Bear- oder Shortzertifikate sind Partizipationen an fallenden Kursen.

Ein Beispiel für die Funktionsweise eines Hebelvertrages

  • Es wird davon ausgegangen, dass der DAX auf 4.000 Punkte steht und das Aufgeld der Bank bei zehn Euro liegt. Ein Hebelzertifikat mit einem Finanzierungsniveau von 3.000 Punkten kostet somit 1000 Euro. Beachtet werden muss aber das Bezugsverhältnis, was beim DAX in der Regel bei 1:100 liegt und das Auf- beziehungsweise das Abgeld der Bank.
  • Für Long-Werte wird der Preis für das Hebelzertifikat wie folgt berechnet. Von der Summe aus dem Basiswert von 4000 und dem Aufgeld der Bank (zehn), wird das Finanzierungsniveau (3.000) abgezogen. Dieses Ergebnis wird mit Bezugsverhältnis, was in diesem Fall 0,1 ist, multipliziert. Heraus kommt ein Wert von 10,10 Euro. Steigt der DAX nun auf 4500 Punkte, erhöht sich der Wert auf einen Wert von 15,10 Euro. Sollte der DAX unter das Finanzierungslevel von 3000 Punkten steigen, so verliert das Zertifikat seine Gültigkeit. Ebenso geht auch der Aufpreis verloren.

Die Errechnung des Hebel, der einen höher steigenden Prozentsatz verspricht

  • Für den Anleger eines Hebelzertifikats steigt durch das Finanzierungslevel die Möglichkeit, im Vergleich zu Index-Zertifikaten, verstärkt von Kursschwankungen zu profitieren. In dem vorherigen Beispiel stieg der DAX von 4000 auf 4500 Punkte, also um 12,5 Prozent. Der Wert des Hebelzertifikates ist von 10,10 auf 15,10 Euro gestiegen, also einem Prozentwert von 49,5.
  • Den für den höheren Prozentsatz verantwortlichen Hebel berechnet man folgendermaßen. Der Preis des Zertifikates (10,10) wird durch den Basispreis (4000) geteilt. Das Bezugsverhältnis (0,1) wird mit dem Ergebnis multipliziert. Das Ergebnis des Hebels ist 3,96 Prozent. Wird der Hebel (3,96) mit dem Prozentsatz des Basispreises (12,5) multipliziert, so erhält man den Prozentsatz des Hebelproduktes von 49,5 Prozent heraus.