Kameramann werden - so geht's

Um Kameramann werden zu können, muss man ein Volontariat absolvieren oder an einer Akademie oder Hochschule studieren.


Für die elektronischen Medien ist der Kameramann überaus wichtig. Die Vertreter dieses Berufes genießen hohes Ansehen und nicht wenige sind zu hohen Ehren gekommen. Zumindest wird der Name des beteiligten Kameramannes im Abspann der Berichte und Filme genannt. Und doch gibt es für Kameraleute weder ein staatliches Berufsbild noch eine irgendwie geartete Ausbildungs- oder Berufsordnung.

Die Ausbildung zum Kameramann ist nicht einheitlich geregelt

  • Um Kameramann werden zu können, kann sich ein Berufsanfänger um ein Volontariat als Kameraassistent bei einem Fernsehsender oder bei einer Filmproduktion bemühen. Daneben gibt es eine vierjährige schulische Ausbildung an Film- und Fernsehakademien, die von den verschiedensten Trägern in Ballungszentren unterhalten werden.
  • Einige Hochschulen bieten überdies einen Studiengang, der bis vor Kurzem mit einem Diplom, inzwischen mit dem Bachelor abschließt. Voraussetzung für ein Universitätsstudium ist das Abitur oder die Fachhochschulreife.
  • Für Volontariat oder schulische Ausbildung an einer Akademie gibt es keine speziellen Zugangsvoraussetzungen. Während der Volontär eine Ausbildungsvergütung erhält, kann sowohl die schulische Ausbildung wie das Hochschulstudium mit BAföG und Studienkrediten gefördert werden.

Wichtige Voraussetzungen für den Beruf

  • Wer Kameramann werden will, muss die Fähigkeit haben, künstlerisch ähnlich wie ein Fotograf oder ein Maler zu sehen. Es ist nicht damit getan, irgendwelche Blenden einzustellen und die Kamera auf ein Gesicht oder ein Objekt zu halten.
  • Fernseh- und Filmkameras sind heute hoch entwickelte elektronische Geräte. Der Kameramann muss technisches Verständnis haben und mit computerisierter Elektronik umgehen können. Er muss auch körperlich fit sein, denn die Geräte sind schwer und die Arbeit ist langwierig und oft ermüdend.
  •  Hinzu kommt, dass er bereit sein muss, an verschiedenen Einsatzorten zu arbeiten. Vielfach sind die Kameraleute – vor allem wenn sie renommiert sind – freiberuflich tätig und werden nach Bedarf angefordert. Sie können aber auch bei Filmproduktionen und Fernsehanstalten fest angestellt sein. Für diese gibt es Gehalt nach Tarifverträgen, während freischaffende Kameraleute nach dem tatsächlichen Zeitaufwand und der Bedeutung ihres Einsatzes honoriert werden.

Zugang zu einer wechselvollen und vielseitigen Tätigkeit

  • Bei den Fernsehsendern sind die Kameraleute meist Teil eines Teams. In der täglichen Praxis arbeiteten Fernsehjournalisten mit ein oder zwei Kameraleuten zusammen. Daneben gibt es den EB-Kameramann. Oft wird fälschlicherweise angekommen, EB heiße Einzelbild-Kamera. Tatsächlich bedeutet es elektronische Berichterstattung.
  • Ein solcher Kameramann ist praktisch ein filmender Journalist, der sich um aktuelle Berichterstattung bemüht. Anders sieht es in der Filmproduktion aus. Hier muss der Kameramann sich um die Auswahl von Motiven und Einstellungen kümmern. Zusammen mit der Regie erarbeitet er die virtuelle und dramaturgische Gesamtkonzeption eines Filmes.
  • Allerdings sind die Übergänge fließend, wie man besonders bei großen Musikereignissen sehen kann. Hier arbeiten immer mehrere Kameras und ein Kamerakran nach einem zuvor erarbeiteten Drehbuch, das ihnen im Einzelnen fast sekundengenau ihre Einsätze und den zu erfassenden Ausschnitt vorschreibt.