Kunststoffkennzeichnung – das müssen Sie wissen

Kunststoffe und deren Eigenschaften einordnen zu können ist enorm wichtig. Kunststoffkennzeichnungen stellen dabei eine schnelle und verlässliche Informationsquelle dar.


Um bei den zahllosen Abkürzungen nicht den Überblick zu verlieren, ist es ratsam, grundlegende Kennzeichnungen zu kennen. Dieses Wissen ist nützlich, da es möglichen Gefahren von Kunststoffen vorbeugt. Des Weiteren geben Sie umfassende Informationen zu gegebenen Stoffeigenschaften. Daraus lässt sich leicht ableiten, welcher Kunststoff für das gewünschte Anwendungsgebiet optimale Eigenschaften bietet.

Grundprinzip der Kunststoffkennzeichnungen

  • Grundsätzlich basiert die Schreibweise der Bezeichnungen auf dem IUPAC-Prinzip. Dieses hat sich heute international durchgesetzt. Man bezieht sich bei der Kennzeichnung auf das jeweilige Basis-Polymer. Als Polymere werden in der Chemie mehrere Moleküle bezeichnet, die die gleiche Anzahl Atome eines bestimmten Typs besitzen. Polymere variieren allerdings in der Anordnung dieser Atome.
  • Abhängig von dieser Struktur der Polymere ändern sich die Stoffeigenschaften. Beispielsweise führen lange Ketten von C-Atomen in der Struktur des Moleküls zu einem hohen Schmelzpunkt des entsprechenden Stoffes. Gefährliche Eigenschaften, wie beispielsweise eine leichte Entzündlichkeit, werden durch orange gefärbte Symbole gesondert dargestellt. Diese Darstellung wird als Gefahrstoffkennzeichnung bezeichnet und ist Teil der Kunststoffkennzeichnung.

Kunststoffkennzeichnungen benennen keine einzelnen Atome

  • Anders als möglicherweise erwartet, werden mit Kunststoffkennzeichnungen allerdings keine einzelnen Atome benannt. Vielmehr beziehen sich die Abkürzungen auf die internationalen, meist englischen Bezeichnungen der Stoffe. Zelluloid, ein besonders häufig verwendeter Kunststoff, wird beispielsweise international als „Cellulose Nitrate“ bezeichnet. Aus den Anfangsbuchstaben abgeleitet ergibt sich die Abkürzung „CN“. Dieses Prinzip lässt sich auf beliebige Kunststoffbezeichnungen übertragen.
  • Zusätzlich zur Benennung des Polymers werden optional auch Stoffeigenschaften abgekürzt dargestellt. Die Stoffeigenschaften werden durch einen Bindestrich von der Bezeichnung des Stoffes getrennt. Man bezieht sich bei den Eigenschaften ebenfalls auf englische Bezeichnungen. Beispielsweise gibt die Abkürzung „UHMW“ (Ultra High Molecular Weight) Auskunft darüber, dass eine extrem hohe molekulare Masse vorliegt. Im Gegensatz dazu würde die Abkürzung „LD“ (Low Density) auf eine niedrige („low“) Dichte („Density“) verweisen. Durch derartige Kunststoffkennzeichnungen ist also leicht erkennbar, ob der Stoff die gewünschten Eigenschaften erfüllt.

Kunststoffkennzeichnungen im Alltag

  • Kenntnisse über die Stoffeigenschaften sind vor allem in der Industrie bedeutsam. Doch nicht nur im industriellen Sektor sind die IUPAC-Bezeichnungen von starker Bedeutung. Auch für die Entsorgung von Stoffen sollte man über die einzelnen Bezeichnungen informiert sein.
  • Fehlerhafte Entsorgung kann mitunter schwerwiegende Folgen haben. Beachten Sie, dass sich beispielsweise hinter der Abkürzung „PVC“ der Stoff Polyvinylchlorid verbirgt. Dieser Stoff stellt eine Gefahr für Gesundheit und Umwelt dar. Wird er verbrannt, so entstehen hochgiftige Dioxine. Sie sollten die mit „PVC“ gekennzeichneten Produkte in Einsatzgebieten vermeiden, die hoher Hitze ausgesetzt sind.
  • Umfassende Informationen zu weiteren Schadstoffen bieten vor allem staatliche Institutionen wie das Umweltbundesamt. Oftmals stellen aber auch Hersteller umfassende Informationen zu enthaltenden Substanzen und Kunststoffkennzeichnungen zur Verfügung.