Spareinlagen - eine Übersicht

Spareinlagen sind ein altertümlicher, aber sichere Geschäftszweig, mit dem sich Banken und Sparkassen Geld für gewinnbringende Geschäfte verschaffen.


Die ersten Sparkassen entstanden vor rund 200 Jahren im langsam aufkommenden Industriezeitalter. Ihr Ziel war es, der sich entwickelnden Mittelschicht eine  Gelegenheit zu geben, Geld, das nicht für den täglichen Bedarf gebraucht wurde, sicher und gegen einen kleinen Zinssatz anzulegen. Ein Ziel, an dem sich gar nicht so viel geändert hat, denn die Entgegennahme von Einlagen ist recht altertümlich im Bürgerlichen Gesetzbuch geregelt. Rechtlich gesehen, schließt die Bank oder Sparkasse mit ihrem Kunden – dem Sparer – über die Einlagen einen Darlehnsvertrag mit mindestens vierteljährlicher Laufzeit ab.

Das Sparbuch

  • Das Geldinstitut muss über die Einlagen – die es rechtlich nur von bürgerlichen Personen entgegennehmen darf – eine Urkunde ausstellen. Das geschieht in Form des Sparbuches, das sich allerdings überall überlebt hat und nach und nach von der Sparkarte ersetzt wird. Nach dem Gesetz müssen Einlagen vor dem Abheben gekündigt werden.
  • Die Praxis sieht anders aus. Über bis zu 2.000 Euro im Vierteljahr kann der Kunde jederzeit verfügen. Bei höheren Beträgen müsste er Vorfälligkeitszinsen zahlen. Während Beiträge zur Vermögensbildung – gleich bei welchem Geldinstitut – gesetzlich als Spareinlagen gelten, sind es Bausparbeiträge nicht. Eine Sonderform der Spareinlagen ist das PS-Sparen, das mit einer Verlosung verbunden ist. Einlagen auf Girokonten sind keine Spareinlagen im Sinne des Gesetzes.

Die Geldinstitute haben zahlreiche Anlageformen entwickelt

  • Weil die Einlagen auf dem Sparbuch schlecht verzinst werden, haben die Geldinstitute eine Fülle von Anlageangeboten entwickelt. Die sind aber rechtlich gesehen keine Spareinlagen. An erster Stelle stehen die Termingelder. Deren Verzinsung richtet sich nach der Marktlage.
  • Die Geldinstitute schließen mit ihren Kunden Verträge über wenigstens drei Monate. Den Termineinlagen angenähert sind Bank- und Sparkassenbriefe mit der Sonderform der Bundesschatzbriefe. Auch Pfandbriefe – die rechtlich zum Immobilienkredit gehören – eignen sich zu einer zinsgünstigen Anlage.

Die Geldinstitute entwickeln für Sonderformen von Spareinlagen sehr viel Fantasie

  • Die Geldinstitute bieten ihren Kunden eine breite Fülle von Anlagemöglichkeiten. Dabei sprechen sie gern von Spareinlagen. Dieser Begriff ist nicht gesetzlich geschützt. Aber im Rechtsinne ist das nur das Geld, das ein Privatkunde am Bank- oder Sparkassenschalter auf das für ihn eingerichtete Sparkonto einzahlt Und das Sparbuch ist eine Urkunde, die öffentlichen Glauben beanspruchen kann. Dazu gibt es noch aus jüngster Zeit Höchstrichter Urteile.