Transfergesellschaft: Funktion und Kritik

Neben vielen Vorteilen für Arbeitnehmer und Arbeitgeber steht die Transfergesellschaft häufig in der Kritik.


Wenn eine Firma der Insolvenz entgegen sieht, bietet sie den von Kündigung bedrohten Mitarbeitern oft den Wechsel in eine Transfergesellschaft an. Die Inanspruchnahme einer solchen Gesellschaft erfolgt nach Abstimmung des Betriebsrates mit der Firma unter Beachtung eines Sozialplanes. Nach der Abstimmung wird diese Gesellschaft bei der Arbeitsagentur gemeldet. Die Arbeitsagentur zahlt den Mitarbeitern, die von der Gesellschaft aufgenommen worden sind, ein Kurzarbeitergeld, was zwischen 63 und 67 Prozent des letzten Einkommens beträgt. Einen weiteren Anteil zahlt die von Insolvenz bedrohte Firma. Unter Umständen kommt der gekündigte Mitarbeiter dadurch wieder auf sein ursprüngliches Gehalt.

Ein Wechsel in die Transfergesellschaft erleichtert die Beschäftigungslosigkeit
Hier wird deutlich, dass eine solche Einrichtung etliche Vorteile sowohl für den Arbeitnehmer, als auch für den Arbeitgeber bereithält. Der Wechsel eines Arbeitnehmers in die Transfergesellschaft erfolgt freiwillig. Das Arbeitsverhältnis wird vorher durch einen Aufhebungsvertrag beendet. Mit der Gesellschaft wird ein befristeter Arbeitsvertrag geschlossen, der höchstens zwölf Monate andauert. Der Arbeitnehmer befindet sich somit in einem Arbeitsverhältnis und sein Anspruch auf Arbeitslosengeld verringert sich nicht. Auch Rentenbeiträge werden wie gehabt abgeführt. Während des Aufenthalts in der Auffanggesellschaft kann er seine Kenntnisse, Fertigkeiten und Fähigkeiten durch Weiterbildungen und Qualifikationen ergänzen. Ihm bleibt außerdem genügend Zeit für Praktika und Probearbeit. Das erweitert den Einsatzbereich des Arbeitnehmers immens. Außerdem wird die Zeit sinnvoll genutzt. Auf einen Betreuer der Übergangsgesellschaft kommen nicht so viele Arbeitnehmer, wie auf einen Vermittler in der Arbeitsagentur. Das erhöht die Betreuungsqualität. Die Arbeitnehmer können gezielt qualifiziert und schnell vermittelt werden.

Die Transfergesellschaft ist für den Arbeitgeber nützlich
Arbeitgeber nutzen eine Transfergesellschaft nicht selten, um sanft Personal abzubauen. Die Vorteile liegen auf der Hand. Das Image der Firma wird nicht beschädigt. Folgenschwere Kündigungen bleiben Arbeitgeber und Mitarbeitern erspart. Das hält auch die unschönen Folgen von Kündigungen in Grenzen. Auf den Arbeitnehmer kommen keine Klagen und hohe Abfindungen zu. Bei Bedarf kann er die Mitarbeiter erneut einstellen. Mitunter gilt die Inanspruchnahme einer Transfergesellschaft als Voraussetzung für eine Rettung der Firma durch Investoren.

Kritik an der Transfergesellschaft
Trotz vieler Vorteile werden die Gesellschaften häufig kritisiert. Das liegt besonders am Missbrauch, der zuweilen mit ihnen betrieben wird. Nicht selten handelt es sich bei der Transfergesellschaft um eine Tochter- oder Schwesterfirma des insolventen Unternehmens. In Weiterbildung fließen viele Gelder aus den verschiedensten Fonds. Diese Gelder setzen sich aus Steuern zusammen. Mitunter kommt es vor, dass Bildungsträger, Gesellschafter und Unternehmen von den Geldern der Gesellschaft profitieren. An einer Weiterbildung der Arbeitnehmer wird dagegen gespart. Deshalb ist ein Arbeitnehmer, der in eine Übergangsgesellschaft wechselt gut beraten, wenn er sich von Anfang an intensiv um Arbeit bemüht. Er sollte sich nicht auf eine Vermittlung durch die Gesellschaft verlassen, sondern in Eigeninitiative handeln.