Treuhandvertrag: Wann wird er abgeschlossen?

Vermögensverwaltung ist Vertrauenssache – Ein Treuhandvertrag sollte Entlastung und Vorteile verschaffen.


Als „Vermögend“ bezeichnen wir jene Menschen, die finanziell erheblich besser situiert sind, als der normale Durchschnitt der arbeitenden Bevölkerung. Hohe Bargeldsummen, Immobilien oder Aktien stellen Vermögen dar und sind nicht zu verwechseln mit Kapitalanlagen oder ähnlich fest angelegten Investitionsgütern, die nicht unmittelbar verfügbar sind. Die Beurteilung, vermögend oder nicht vermögend zu sein, wird nicht nur auf Privatpersonen angewendet, sondern auch auf einzelne Staaten oder auf die gesamte Weltbevölkerung. Ab einem bestimmten Umfang regelt man die Vermögensverwaltung durch einen Treuhandvertrag.

Vermögensverwaltung regeln durch einen Treuhandvertrag
Vermögensbesitzer, die nicht über genügend Zeit oder die nötigen Kenntnissen verfügen, um ihr Vermögen selbst zu verwalten, setzen oft einen Treuhänder ein. In einem Treuhandvertrag werden, unter anderem, das Vermögen und dessen Höhe definiert, sowie Zweck und Zeitdauer der treuhänderischen Übertragung festgehalten. Es ist ratsam, den Vertrag so zu regeln, dass der Vermögensbesitzer jederzeit sein gesamtes Vermögen vom Treuhänder zurückfordern kann. Bei sogenannten „offenen Treuhandverhältnissen“ werden die Vermögensverhältnisse offen gelegt und sind daher jederzeit nachvollziehbar. Dies erhöht die Chancen, dass eventuell entstehende Rückforderungsansprüche als solche gerichtlich anerkannt werden. Bei „verdeckten Treuhandverhältnissen“ tritt der im Treuhandvertrag ernannte Verwalter nach außen hin als Besitzer des ihm anvertrauten Vermögens auf. Dabei besteht die Gefahr einer Vermischung zwischen dem Vermögen des Auftraggebers und dem Vermögen des Treuhänders.

Fallbeispiele für die Ernennung eines Treuhänders
Ein Verstorbener hinterlässt sein Vermögen den Familienangehörigen, die sich nicht über die Aufteilung der Hinterlassenschaft einigen können. Ein typischer Fall, in dem eine vertragliche Lösung Anwendung findet. Auch bei älteren oder behinderten Menschen, sowie bei Entmündigung, wird ein Treuhandvertrag in Erwägung gezogen. Viele Menschen regeln Ihre Bestattung durch einen Treuhänder, um die Angehörigen im Trauerfall zu entlasten. Bei diesem Treuhandvertrag legen die Treugeber eine Summe an, die jährlich verzinst wird. Die Zinsen werden dem Vermögen gutgeschrieben. Der Treuhänder verpflichtet sich, die angelegte Summe dem Vorsorgeempfänger, gegen Vorlage einer Sterbeurkunde, vollständig auszuzahlen. Die dauerhafte Verwaltung eines Vermögens wird auch mit dem Zweck übertragen, das bestehende Vermögen zu vergrößern. Dies geschieht durch Geldanlagen im Immobiliensektor oder Investitionen in Aktien. Allesamt komplizierte Vorgänge, bei denen einen Treuhandvertrag abzuschließen sinnvoll sein kann.